Rollende Klassenzimmer
Die Ensheimer Grundschule bereitet Kinder Auf den öffentlichen Nahverkehr vor.
Kinder haben es im Straßenverkehr nicht leicht. Sie sind benachteiligt, weil sie kleiner sind, Geräusche
schlechter zuordnen können und sich im Straßenverkehr noch nicht auskennen. Mit Beginn des 5. Schuljahres steht für viele Jungen und Mädchen ein neuer Schulweg an. Meist müssen sie mit dem Bus zur Schule fahren. In der Busschule von SaarBahn&Bus werden die Kinder auf diese große Aufgabe vorbereitet.
Der Bus ist dabei rollendes Klassenzimmer und Demonstrationsobjekt zugleich.
Der Bus vermittelt so den größtmöglichen Realitätsbezug. Genau deshalb üben SaarBahn&Bus mit den kleinen Fahrgästen das Busfahren. Dieses kostenlose Angebot für die Schulen richtet sich an die vierte und fünfte Klasse und wird jeweils altersgerecht durchgeführt.
Es wurde spannend – keine 40 Sekunden dauerte der Test. Die Ensheimer Schulkinder sitzen konzentriert und neugierig, aber auch sich kraftvoll festhaltend in den Sitzbänken des Busses. Ein mit zwanzig Liter Wasser gefüllter Kanister am Ende des Ganges wartet auf seinen Auftritt – ein aufregender Moment. Der
Busfahrer startet den Bus und beschleunigt auf 25 km/h, er ruft: „Festhalten!“, dann bremst er und der Wasserkanister rutscht mit großer Wucht den Gang entlang, trotz geringer Geschwindigkeit.
„Diesen Augenblick vergessen die Kinder nicht so schnell, er prägt sich ein und bleibt den kleinen Fahrgästen vor Augen“, erklärt Rüdiger Haupt, Trainer der Busschule von SaarBahn&Bus. „Richtig festhalten im Bus“ ist eines der vielen Themen der Verkehrserziehung, die beim Bustraining geschult werden. Anschließend wird das Erlebte gemeinsam besprochen. Natürlich wurde den Kindern das Experiment schon vorher im Klassenzimmer erklärt.
Zu Beginn der Aktion sahen die Schüler ein Einführungsvideo „Busschule“, danach diskutierten alle aufgeregt miteinander. Die kleinen Fahrgäste wurden von dem Schulbus abgeholt und zum Trainingsgelände am Fechinger Schwimmbad gebracht.
Dort übten dann alle praktisch vor Ort. Die Mädchen und Jungen aus Ensheim lernten, dass sie beim Heranfahren des Busses einen Schritt zurück gehen müssen, damit der Bus auch bis zum Bürgersteig
fahren kann. Ebenso wurden die Sicherheitseinrichtungen der Türen (öffnet selbsttätig bei versehentlichem Einklemmen in die Tür) und die „Türdrücker“ erklärt und wie gefährlich das Drängeln an der Haltestelle sein kann. Die kleinen Fahrgäste lernten durch praktische Beispiele, welche Gefahren im Straßenverkehr
lauern und wie man sie vermeiden kann.
„Die Mädchen und Jungen waren mit Begeisterung bei der Sache und sie werden durch dieses Training zu mitverantwortlichen Verkehrsteilnehmern ausgebildet. Lernen kann richtig Spaß machen“, so Rüdiger Haupt. Schon seit Jahren veranstalten SaarBahn&Bus diese Verkehrserziehung, oft auch in Zusammenarbeit mit der Polizei. Die Busschule informiert vor Ort in den Schulen und besteht aus zwei Bausteinen: die praktische Unterweisung im Bus und die theoretische Ausbildung im Klassenzimmer.
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