Gemeinsame Pressemitteilung des KAV Saar und der Saarbahn GmbH
GDL belastet mit Streiks – Saarbahn fährt wieder Schienenersatzverkehr und fokussiert sich auf ihre zukunftsfähige Aufstellung
Angesichts der erneuten Streikankündigung mit irreführenden und abwegigen Äußerungen der GDL erklären der Kommunale Arbeitgeberverband Saarland (KAV Saar) und die Saarbahn:
GDL belastet mit Streiks - Saarbahn
GDL belastet mit Streiks - Saarbahn
GDL belastet mit Streiks - Saarbahn
„Streiks, Streiks und nochmals Streiks zur Durchsetzung des von der GDL selbst definierten Marktstandards. Diese werden zu nichts führen.
Wir hatten mit der GDL einen intensiven Abgleich der Vorstellungen am 8. Juli in Frankfurt. Die GDL-Bundesleitung hält erkennbar an ihrem Kurs fest. Unserseits sehen wir, wie mehrfach klargestellt, mit der GDL keine Möglichkeit mehr, zu einer tragfähigen Lösung zu gelangen. Die völlig überzogenen Forderungen der Gewerkschaft sind einbetoniert, die grundsätzlichen Positionen und Vorstellungen von einer Sozial- und Tarifpartnerschaft liegen so weit auseinander, dass eine Einigung auf dem Weg von Tarifverhandlungen nicht erreichbar ist. Uns geht es um die Sicherung des Bestandsangebots und die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Saarbahn – der GDL-Zentrale geht es erkennbar nur noch um bundespolitische
Interessen.
Die Tarifpartnerschaft zwischen der Saarbahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) befindet sich in der Endstation!“
Angesichts des Streiks ab Montag 11:00 Uhr wird wieder SEV ab Dienstag gefahren. Ob bereits ein Start des SEV am Montag möglich ist, wird derzeit geprüft. (Ergänzung am 3.8.2026: SEV ab Montag, 15 Uhr)
Die Saarbahn ist auf die Fortführung mit der GDL nicht angewiesen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich.
„Aufgrund ihrer bundesweiten Gewerkschaftspolitik, die für die GDL allein handlungsleitend ist, sehen wir keine Grundlage für zielführende Verhandlungen über angemessene Lösungen, die den Besonderheiten der Saarbahn gerecht werden.
Wir verfügen mit dem Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N Saar) über ein modernes und attraktives Tarifwerk, das die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten der Saarbahn umfassend und zeitgemäß regelt. Für die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich ist hier zudem eine umfangreiche Bestandssicherung bei einer Entschei-ung für den TV-N Saar angelegt. Zum 1. September 2026 ist im TV-N Saar hier bereits ein Lohnplus von drei Prozent vorgesehen.
Über die sich daraus ergebenden arbeitsrechtlichen Möglichkeiten werden derzeit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert, wir sehen hier bereits ein großes Interesse“, erklären KAV-Geschäftsführer Stefan Spaniol und Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel. „Mit Wirksamkeit unserer Kündigung des Sonderkündigungstarifvertrages werden wir zudem nicht länger verpflichtet sein, auf die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes zu verzichten. Damit besteht sodann die Möglichkeit, die Geltung des TV-N Saar als maßgeblichen Tarifvertrag rechtlich feststellen zu lassen und ihn ausschließlich anzuwenden“ so Stefan Spaniol für KAV Saar.
„Diese Konsequenzen ihrer jahrelangen an den Interessen nur einer Minderheit ausgerichteten Tarifpolitik muss die GDL endlich auch gegenüber ihren Mitgliedern ebenso anerkennen wie die Situation in der Saarbahn, bei der die GDL eben nur eine Minderheit der Beschäftigten vertritt. Während die GDL an anderer Stelle selbst die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes einfordert, versucht sie bei uns, sachliche Informationen über die arbeitsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten durch weitere Streiks zulasten der Fahrgäste und durch Falschinformationen zu verhindern.“, so Karsten Nagel. „Dies passt zwar zu den Aussagen des GDL-Bundesvor-sitzenden, wonach man ‚bis Weihnachten‘ streiken wolle und die Auseinandersetzung ‚hart und schmutzig‘ werde. In der Sache hilft dies ganz sicher nicht.“
Der jüngste Vorwurf der GDL, die Saarbahn betreibe eine Spaltung der Belegschaft, ist in diesem Zusammenhang hanebüchen. Als Spartengewerkschaft vertritt sie die Interessen einer Minderheit der Beschäftigten der Saarbahn GmbH (rd. 80 Mitarbeiter), die übrigen 520 Beschäftigen der Saarbahn fallen unter den TV-N Saar. Das Meinungsbild ist hier sehr klar. Es ist die GDL, die mit ihrem bundesweiten Tarifdiktat versucht, der Saarbahn Regelungen aufzuzwingen, die der besonderen Struktur des Unternehmens nicht gerecht werden. Vielleicht zielt die GDL aber auch auf diejenigen Kolleginnen und Kollegen im Bahn-Bereich, die sich bereits intensiv mit dem Wechsel in Richtung TV-N Saar befassen, also ihre freie persönliche Entscheidung treffen wollen.
„Die GDL hat die Verhandlungen frühzeitig entgegen eines klar verabredeten Verhandlungspfades für gescheitert erklärt. Die GDL und nicht die Arbeitgeberseite hat den Verhandlungstisch verlassen. Die Sondierungen am 8. Juli zeigten klar, dass die Positionen nicht vereinbar sind. Die GDL weiß, dass sie nur eine Minderheit vertritt, die Mitarbeitenden zwischen den verschiedenen Tarifwerken wählen können und das der TV-N Saar über das Tarifeinheitsgesetz zum führenden Tarifvertrag erklärt wer-den kann. Im Kern lässt die GDL-Bundesleitung damit die Saarbahn-Beschäftigten derzeit letztlich nur noch für ihre bundespolitische Positionierung streiken“ so Stefan Spaniol.
Für die Beschäftigten gilt aus Sicht der Arbeitgeber: „Stillstand mit dem ZugTV in der Endstation – oder positive Dynamik mit dem TV N Saar.“
Zum Hintergrund des Tarifkonflikts mit der GDL:
„Das arbeitgeberseitige attraktive Angebot (1.000 € Einmalzahlung in 2026, zwei Ent-gelt-Anstiege von jeweils 2,5% in 2026 und 2027 sowie die Verdopplung der Jahres-sonderzahlung in 2027) hat die GDL im Juni vom Tisch gewischt. Das einbetonierte Forderungspaket der GDL führt zu Aufwandssteigerungen aus Entgelt- und Mantelthemen von über 20 % in zwei Jahren. Bezogen nur auf das Entgelt eines GDL-Kollegen würden vereinbarte Arbeitszeitabsenkungen und das neue teure Forderungspaket dazu führen, dass für eine Minderheit der Kollegen in zwei Jahren im Ent-gelt eine Steigerung von über 17% wirksam wird. Das ist insgesamt inakzeptabel und auch konzernintern niemandem gegenüber erklärbar. Wie sollen derartige Ansprüche von Menschen verstanden werden, die in anderen Branchen arbeiten oder in mancher Branche teilweise um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen?
Die Positionen der GDL und KAV / Saarbahn liegen unüberbrückbar auseinander. Hieraus war bereits aus Arbeitgebersicht die Einordnung als „Abstellgleis“ erfolgt. Im Kern passt die Saarbahn als kommunales Verkehrsunternehmen mit Bus- und Bahn-Verkehren schlicht nicht zu den bundespolitischen Vorstellungen der GDL.
Für die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich besteht durch den alle Berufsgruppen um-fassenden Tarifabschluss im TV-N Saar eine attraktive Wahlmöglichkeit. Mit dem TV-N Saar können die Mitarbeiter im Rahmen einer Besitzstandsregel, d.h. unter Mitnahme ihres heutigen monatlichen Entgelts und Sicherung der Entgelteffekte aus potenziellen Arbeitszeitabsenkungen gemäß ZugTV bis 2030 (!), von den Tarifsteigerun-gen im TV-N Saar in den Jahren 2026 bis 2028 (3,0%, 2,8%, 2,5%) und weiteren Verbesserungen wie der Verdopplung der Jahressonderzahlung in 2027 partizipieren. Insofern haben auch die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich bereits heute eine langfristig gesicherte attraktive Perspektive – für die sie sich jederzeit kurzfristig entscheiden können.
Infos zum Schienenersatzverkehr wie üblich in der App oder unter www.saar-bahn.de/sev.