Neunter GDL-Streikaufruf – Saarbahn richtet Schienenersatzverkehr ab 15 Uhr ein
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL hat kurzfristig zum neunten Streik der TramTrain-Fahrer aufgerufen. Der Ausstand begann heute, 3. August um 11 Uhr. Während die ersten Arbeitsniederlegungen im Tarifkonflikt nur wenige Stunden dauerten, wurden die Streiks im weiteren Verlauf zunehmend ausgeweitet. Die drei jüngsten Streiks kündigte die GDL ohne Enddatum an. „Die Streikankündigungen der GDL erreichen uns leider immer sehr kurzfristig. Der letzte am Samstagabend um 21 Uhr. Es ist zwar immer eine große Herausforderung, einen Schienenersatzverkehr mit externen Verkehrsunternehmen in so kurzer Zeit einzurichten, der die Strecke zwischen Lebach und Saargemünd abdeckt. Bereits vier Stunden nach Streikbeginn, können wir einen Schienenersatzverkehr ab 15 Uhr den Fahrgästen anbieten“, sagt Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel.
Infos zum Schienenersatzverkehr finden Fahrgäste unter www.saarbahn.de/sev.
Die Busse des Schienenersatzverkehr sind montags bis samstags etwa ab 4 Uhr bis 23 Uhr unterwegs. Sonntags beginnt der Schienenersatzverkehr ab 7 Uhr. In der neunten Streikphase mit offenem Ende bereitet die Saarbahn bereits einen Schienenersatzverkehr zum Schulbeginn ab Montag, 10. August, vor. „Ich danke in diesem Zusammenhang auch für den guten Zusammenhalt zwischen den kommunalen Verkehrsunternehmen im Saarland sowie die sehr konkrete Unterstützung aus dem privaten Busgewerbe. Der gemeinsam durchgeführte Schienenersatzverkehr hat bisher reibungslos funktioniert“, ergänzt Nagel.
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Zum Hintergrund des Tarifkonflikts mit der GDL:
Der Saarbahn-Geschäftsführer sagt hierzu: „Das arbeitgeberseitige attraktive Angebot hat die GDL vom Tisch gewischt. Das einbetonierte Forderungspaket der GDL führt zu Aufwandssteigerungen aus Entgelt- und Mantelthemen von über 20 Prozent in zwei Jahren. Bezogen nur auf das Entgelt eines GDL-Kollegen würden vereinbarte Arbeitszeitabsenkungen und das Forderungspaket dazu führen, dass für eine Minderheit der Saarbahn-Kollegen in zwei Jahren im Entgelt eine Steigerung von über 17 Prozent wirksam wird. Das ist insgesamt inakzeptabel. Ich weiß auch nicht, wie derartige Ansprüche von Menschen verstanden werden sollen, die in anderen Branchen arbeiten oder in mancher Branche zudem noch um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen. Der Tarifabschluss TV-N sieht analog dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst Steigerungen von 5,8 Prozent (3,0% in 2026 und 2,8% in 2027) vor. Hiermit liegt der TV-N über der erwarteten Inflationsrate, ist also eine Reallohnsteigerung.“ Die Positionen der GDL und KAV / Saarbahn lägen unüberbrückbar auseinander – die Tarifverhandlungen und letztlich auch die Tarifpartnerschaft seien damit auf einem „Abstellgleis“.
Für die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich besteht durch den alle Berufsgruppen umfassenden Tarifabschluss im TV-N Saar eine Wahlmöglichkeit. Mit dem Wechsel zum TV-N können die Mitarbeiter im Rahmen einer Besitzstandsregel (Mitnahme ihres heutigen monatlichen Entgelts und Sicherung der Entgelteffekte aus potenziellen Arbeitszeitabsenkungen gemäß ZugTV bis 2030) von den Tarifsteigerungen im TV-N Saar in den Jahren 2026 bis 2028 (3,0%, 2,8%, 2,5%) und weiteren Verbesserungen wie der Verdopplung der Jahressonderzahlung in 2027 partizipieren. Insofern haben auch die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich bereits heute eine langfristig gesicherte Perspektive.
„Selbstverständlich liegen uns alle Mitarbeitenden und damit auch unsere Bahn-Fahrerinnen und -Fahrer am Herzen. Es gibt bereits einen umfassenden Tarifvertrag mit einer attraktiven Perspektive. Ich will mich im Übrigen nicht an der GDL-Polemik von „Lok-Führern Zweiter Klasse“ beteiligen. Als Geschäftsführer der Saarbahn kenne ich nur Saarbahnerinnen und Saarbahner der Ersten Klasse. Ohne Ausnahme gilt dies für den Bahn-Bereich, den Bus-Bereich und alle anderen Funktionen. Wir sind ein Team, hierauf lasse ich nichts kommen. Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Saarbahn. Ich gehe davon aus, dass dies letztlich alle Kolleginnen und Kollegen im Blick haben“, unterstreicht Nagel.